30.05.2021

Eine Wildbienenwiese in Velten

In einer gemeinsamen Aktion legten Mitglieder von GRÜNE/BÜNDNIS 90 aus Oberkrämer, Leegebruch und Velten am Samstag in Velten eine Bienenwiese für Wildbienen an.

Die Idee für die Aktion entstand bei einer der zahlreichen gemeinsamen Videokonferenzen des Ortsverbands Oberkrämer und Leegebruch. „Wir wollten etwas Konkretes tun, um die Nahrungsquellen für Wildbienen zu erweitern“, erzählt Tom.

Viele der 560 Wildbienenarten in Deutschland sind vom Aussterben bedroht. Etwa die Hälfte steht auf der Roten Liste für bedrohte Arten. Das ist umso dramatischer, als sie lebenswichtige Unterstützer bei der Fortpflanzung von Nutz- und Wildpflanzen sind. Sie unterstützen beispielsweise die Ernte von Raps, Fenchel, Tomaten, Paprika, Zucchini oder Auberginen. Auch Erdbeeren, Brombeeren, Himbeeren oder Früchte von Obstbäumen sind von ihnen abhängig. Damit die Wildbienen geeigneten Lebensraum finden, braucht es vielfältige, kleinteilige Landschaften, die ein großes Angebot an verschiedenen Blütenpflanzen und Nistmöglichkeiten bieten. Leider sind aber genau diese Lebensräume in den letzten Jahrzenten einer auf Effizienz ausgerichteten Landwirtschaft und einem hohen Flächenverbrauch für den Bau von Immobilien und Wohnraum zum Opfer gefallen. Aggressive Pflanzenschutzmittel vernichten zusätzlich wichtige Nahrungsquellen der Insekten.

Florian aus Velten und Oliver aus Oberkrämer sprachen also die Stadtverwaltung Velten auf die Wiese in der Nähe des Industriegebietes am Heidekrug an. Diese Wiese wird bislang zum großen Teil genutzt, um neue Bäume als Ersatz anzupflanzen, wenn im Industriegebiet etwas abgeholzt werden musste.

Glücklicherweise ist der Ansprechpartner für Grünflächen und Baumschutz in der Stadtverwaltung selbst ein begeisterter Gärtner. Nachdem er sich von den Zielen der Aktion überzeugt hatte, war auch er angetan. „Wer weiß – vielleicht ist das ja sogar ansteckend?“ war sein hoffnungsvoller Kommentar.

Die Samen wurden bei Nina Keller von der Gärtnerei „Die Wildblume“ im Oderbruch bestellt. Wichtig war den Akteuren, dass die Wiese mit möglichst heimischen Blumen bestückt wird, denn das ist am besten für die Bienen. Frau Keller lieferte dann auch das notwendige Know-How: Am besten gelingt die Wildbienenwiese wenn vorher alle Graswurzeln entfernt werden, die sonst den Blumenwurzeln Konkurrenz machen. Bei einer Wiese dieser Größe seien Abstriche jedoch ok. Es kann auch funktionieren, wenn vorher kräftig umgegraben wird, der Boden geplättet und dann die Wildblumensamen ausgesät und festgetreten werden. Die besten Monate für die Aussaat sind im April/Mai oder im September/Oktober. „Und es braucht Geduld… Eine Wildbienenwiese entwickelt sich langsam.“, sagt Nina Keller. Vielleicht gibt es auch erst im nächsten Jahr Erfolge. Die Natur hat ihr eigenes Tempo.

Zu zehnt waren Grüne Mitstreiter aus Oberkrämer, Leegebruch und Velten am Samstag vor Ort. Rächen, Rasenmäher, Motorhacke und Rasenwalze waren mit von der Partie. „Eine tolle Aktion. Und abends merkt man in den Schultern, was man getan hat.“ lacht Marco. Schon nach drei Stunden war alles fertig. „Jetzt muss es nur noch wachsen.“ freuen sich Eva, Rebecca und Anikke.

Der Dank gilt auch nochmal der Stadt Velten, die das ganze überhaupt möglich gemacht hat.

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